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Kübra Gümüşay

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Kübra Gümüşay

AN TAGEN WIE DIESEN

An Tagen wie diesen, da möchte man mitten auf der Straße, mitten im Menschenstrom, stehen bleiben und rempeln. Schütteln und rütteln. Aufwecken. Verdammt nochmal! schreien, warum vergessen und verdrängen wir? Am liebsten jemandem eine scheuern, die Wut aufkochen lassen, innerlich brodeln und doch resignieren. Die Luft ist raus.

Es ist immer das Gleiche: Ein Unrecht, ein Krieg geschieht. Die Zahlen und Bilder richten die Härchen auf den Armen auf. Kaum ist der anfängliche Schock überwunden, senken sich die Härchen wieder und der Krieg wird zum Alltag.

Ich will nicht, dass sich meine Härchen senken, nicht an den Krieg gewöhnen, nicht resignieren.

Julia Deeg erinnert. Sie ist im Westjordanland und unterstützt dort den friedlichen Widerstand gegen die israelische Besatzung. Einige ihrer Briefe wurden nun im Freitag veröffentlicht. Unbedingt lesen.

Wir erinnern uns doch an den Krieg, oder?
Und die Sonne lacht so schadenfroh.


Bildcredit: Jeremyville

journalist, columnist and author of this blog. a turkish-german muslim juggling politics, feminism, cyberculture and life between germany, istanbul, oxford & the world.

Comments

  • May 17, 2010
    reply

    Da fällt mir der Song von Fettes Brot ein, welches ich sehr passend zu deinem Eintrag finde, vielleicht hattest du auch daran gedacht…und live hört sich das eh viel besser an ;)

    http://www.youtube.com/watch?v=1tw3IJh4Wc0

    peace (:-)

  • May 18, 2010
    reply

    Genau, gut geschlossen. Der Song war gemeint. :) Das Video kannte ich übrigens nicht. Sehr eindrucksvoll!

  • November 10, 2012
    reply

    Liebe Kübra

    Ich habe jetzt Deinen Blog von dem aktuellsten Posting bis hierher gelesen. Ich werde noch bis zum Anfang lesen. Ich hab ihn auch abonniert. Und freue mich auf neue Beiträge.

    Was mich an Deinem Blog fasziniert, ist “das Kennenlernen” – dadurch, daß ich Dich als Menschen kennenlerne kann ich Positionen, die ich vorher keines Gedanken gewürdigt habe oder für wirklich unsinnig gehalten habe, nocheinmal nach einem vernünftigen Inhalt abklopfen. Kein Mensch denkt “verrückte” Sachen. Also ich denke nicht etwas und weiß dabei gleichzeitig, daß es verrückt ist. Was ich denke, macht für mich Sinn. Und wenn andere was denken, was für mich keinen Sinn macht und ich aber den anderen ernst nehmen kann, weil ich ihn mag oder aus edlem Charakter oder egal warum, kann ich versuchen, den Sinn, den es für den anderen macht zu finden. Und in Deinem Blog zeigst Du Dich als ein so sympathischer Mensch, daß ich mich diesem Sinn nähern werde.

    Das weiß ich aus Erfahrung, denn daß mir eine Bloggerin menschlich sympathisch wurde die Positionen vertreten hatte, dich ich ehemals für unsinnig hielt, ist mir schon einmal passiert, mit “Letters from Rungholt” https://rungholt.wordpress.com/, eine Deutschen, die sich vor über 20 Jahren bei einem Kibbuzaufenthalt in einen Israeli verliebte, mit ihm seitdem glücklich verheiratet ist und vier Kinder hat. Von denen nun die dritte ihren Wehrdienst ableistet.

    So einfach ist die Welt nicht. Doch Menschen sind überall auf der Welt schön.

    Liebe Grüße

    Monika

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