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Kübra Gümüşay

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Kübra Gümüşay

JEDES MAL IN ZÜRICH.

Jedes Mal, wenn ich in Zürich bin (bisher zwei Mal), besuche ich das Dada Haus, Cabaret Voltaire. Mein derzeit absoluter Lieblingsort in Zürich. Beim ersten Mal 2010 – kurz nach dem Minarettverbot – entdeckte ich beim Verlassen das obere Schild, beim zweiten Mal – Ende 2011 – das untere. Lust’ge Schilder.

Lachen tat ich übrigens oft und unfreiwillig im Zusammenhang mit Zürich.

Denn jedes Mal, wenn ich in Zürich bin (bisher zwei Mal), erlebe ich all die Flugabenteuer, von denen ich sonst nur lese und mir sicher bin, dass sie immer nur anderen geschehen. Mir jedenfalls nicht (von Flugzeugverpassen mal abgesehen oder anderen Begebenheiten wie alte Anzugtragende männliche Sitznachbarn, die vor dem Start des Flugzeugs irritiert durch meine Existenz, drei Reihen nach vorne springen, um dem Realitätsschock zu entgehen).

Beim ersten Mal sollte es von Zürich zurück nach London gehen. Dort schneite es aber, deshalb entschloss sich London City Airport eine halbe Stunde vor unserer Landung unser Flugzeug samt Inhalt (also uns) zurück nach Zürich zu schicken. Als der Kapitän ankündigte, dass wir mitten im Flug kehrt machen würden, war es einen kurzen Moment lang still. Dann lachten wir Fluggäste – bis das Flugzeug tatsächlich in der Luft umdrehte und zurück nach Zürich flog. Umgekehrt! Wegen ein paar weißer lockerer Flocken, die vom Himmel fielen.

So standen wir fünf Stunden später verzweifelt, müde, hungrig und böse an der Riesenschlage am Schalter der Fluggesellschaft, wo man uns endlich ein Hotel für die Nacht zuwies. Als ich irgendwann nach Mitternacht erschöpft und erleichtert meine Hotelzimmer-Tür öffnete, lag ein nackter Mann in meinem Bett. Und schnarchte.

Hysterisch lachend lag ich eine Stunde später im einzigen noch freien und nicht doppelt gebuchten Zimmer des Hotels, dem Raucherzimmer, und versuchte dabei möglichst wenig zu atmen.

Beim zweiten Mal raste ich zum Irrgarten-Flughafen Heathrow, suchte den CheckIn-Shalter und hielt dem Boden-Steward meinen Pass hin.
“Which flight?”, fragte er.
– “20.30 to Zurich.”
“That flight’s been cancelled, Ma’am.”
– “… ”
Wie bitte?. Jajaja, die lust’gen Schweizer Firmenmitarbeiter! Lachend fragte ich:
“You must be kidding, right?”
– “No, why would I?”

journalist, columnist and author of this blog. a turkish-german muslim juggling politics, feminism, cyberculture and life between germany, istanbul, oxford & the world.

Comments

  • February 5, 2012
    reply

    die schilder sind sehr interessant und der rest
    der geschichte echt spannend und lustig :) vardir bundada bi hayir…

  • February 5, 2012
    reply

    Vardir, vardir. :)

    • February 6, 2012
      reply

      Selam liebe Kübra,
      Ich bin die Schwester, die du am Ummah-Day in Zürich kennen gelernt hast. Ich dachte schon, dass du deine “Zürich-Story”, welche du mir persönlich erzählt hattest, nicht posten wirst – und siehe da! :-)
      Liebe grüsse aus der schönen Schweiz.

    • February 7, 2012
      reply

      Danke! Ja, die Geschichte wollte ich schon lange erzählen, fand aber keinen Anlass oder ruhigen Moment. Jetzt war es einfach so weit. :) Liebe Grüße zurück!

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